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Tango ist ein Tanz und Musikstil, der aus unserem heutigen Leben wohl kaum mehr wegzudenken ist. Seit vielen Jahren erfreuen uns lateinamerikanische Künstler mit Musik, Tanz und Filmen zum Thema Tango und seit relativ kurzer Zeit gehört dieser – ursprünglich aus Argentinien stammende Tanz – sogar zu dem von der UNESCO anerkannten Kulturerbe. Dabei hatte alles doch ganz anders und viel bescheidener angefangen:

Die Ursprünge des Tango liegen eigentlich im Gebiet des Rio de la Plata. Als im ausgehenden 19. Jahrhundert in den Großstädten Montevideo und Buenos Aires die unterschiedlichen Kulturen verschiedener Einwanderergebiete aufeinander trafen durchmischten und befruchteten sich diese unterschiedlichen Strömungen dermaßen, dass etwas vollkommen Neues entstand: Aus den kreolischen Candomben, der kubanischen Habanera, der polnischen Mazurka und der böhmischen Polka sowie dem deutschen Walzer formte sich zunächst die Milonga aus der in weiterer Folge dann ab ca. 1890 der etwas langsamere Tango entstand.

Auch die für den Tango so typischen Instrumente wie Bandoneón und Klavier etablierten sich in dieser Zeit. (Das Bandeón wurde übrigens von deutschen Einwanderern aus Europa mitgebracht.) Die Geschichten, die uns der Tango erzählt, handelten in erster Linie von Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Prostitution, die ja in den Hafengebieten von Buenos Aires und Montevideo an der Tagesordnung waren.

In der Zeit zwischen 1890 und dem Ende des ersten Weltkrieges wandelte sich der Tango immer mehr und wurde von einem Tanz des Proletariates zu einem der bedeutendsten Tänze des 20. Jahrhunderts. An dieser Entwicklung hatte vor allem der argentinische Musiker Angel Gregorio Villoldo einen entscheidenden Anteil. Er erkannte sehr schnell die Bedeutung der „Neuen Medien“ Radio und Schallplatte für die Verbreitung seiner Musikstücke. Nachdem er in seinem Heimatland schon sehr bekannt war, zog er noch vor dem Beginn des ersten Weltkrieges nach Paris und eröffnete dort die erste europäische Tangoschule.

Als nach dem ersten Weltkrieg eine neue Generation von Musikern – die Guardia Nueva – heranreifte, änderte dies auch den Tango. Die Stücke wurden technisch und musikalisch anspruchsvoller und ihr künstlerischer Ausdruck nahm deutlich zu. Auch bei den Texten änderte sich die Grundstimmung: Zu den bereits seit langem üblichen Inhalten (die verlorene Liebe, die untreue Frau etc.) gesellten sich auch sozialkritische Aspekte. Diese neue Form des Tango wurde daher auch als Tango Canción bezeichnet.

Die Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg war die nächste, wichtige Epoche in der Geschichte des Tangos. In Argentinien, das ja am Krieg nicht teilnahm, erhöhte sich der Lebensstandard und die Menschen hatten genug Geld um am Wochenende tanzen zu gehen und dabei viel Geld auszugeben. Riesige Tangoorchester mit bis zu 100 Musikern entstanden und im gesamten Land wurde Tango getanzt. Diese „goldene“ Epoche endete erst, als der amerikanische Rock ’n’ Roll seinen Siegeszug um die Welt antrat.

Doch trotz dieser ausgesprochen starken Konkurrenz starb der Tango in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht aus. Ganz im Gegenteil: Heute ist der Tango lebendiger denn je und international anerkannte Künstler wie Astor Piazzola (Tango Nuevo) und Gotan Project (Electrotango) haben die Traditionen des 19 Jahrhunderts aufgegriffen und in neue Formen gebracht. Weltweit werden heute die Kompositionen dieser Künstler von den großen Musikkonzernen vermarktet, in Tanzkursen unterrichtet und neben den bereits bekannten Formen (Schallplatte, CD etc.) auch als mp3-Musikdownloads, als Klingeltöne für Handys etc. vertrieben. Auch in Filmen wie „ Valentina’s Tango“ oder „Der letzte Applaus“ wird dieses spannende Thema immer wieder aufgegriffen und heute nutzen selbst europäische Unterhaltungsmusiker immer wieder gerne Elemente des argentinischen Tangos.

Übrigens: Wer sich wirklich mit dem Thema des argentinischen Tangos auseinandersetzen möchte, der findet viele interessante Songtexte zum Thema Tango auf der Webseite von songdb.de!